In einer daoistischen Bewegungskunst

wie dem Taijiquan, versuchten die Gründer alle diese Prinzipien und Wirkungen in der Bewegung auszudrücken. Davon versprach man sich ein intuitives Erfassen des Dao.

So ist bis heute die korrekte und gut angeleitete Form eine Chance der spirituellen Entwicklung. Man kann sich so, mit Hilfe des Taijiquan, auf einen Weg des Lernen begeben, der in anderen Disziplinen verschlossen ist.

Es ist die Möglichkeit, Daoismus und damit uns selbst und die Natur verstehen zu lernen. Dieses Lernen geschieht auf eine vollkommen andere Weise, als wir es kennen. Es ist ein Lernen durch Gefühl, Intuition und das sehr tiefe Einlassen und Üben des Taijiquan.

Jede Taijiquan-Form (Lu) beginnt in der gleichgewichteten Stellung (Zhi-li), mit schulterbreit voneinander entfernten Füßen. Während dem weiteren Ablauf ist es verboten, diese Haltung, außer in Zwischenbewegungen für einen Bruchteil einer Sekunde, einzunehmen.

Zhi-li steht hier nicht nur für die gleiche Gewichtung beider Beine, sondern vor allem für eine statische, längere Zeit ohne Veränderung eingehaltene, Stellung. Diese Haltung, das "Nicht-Zwei", die noch nicht dem ständigen Wandel in Leer und Voll unterworfen ist, steht für das Wuji.

Es steht symbolisch, für die Kraft, in der die Möglichkeit zu Veränderung liegt, die aber noch vollkommen in Ruhe und Harmonie verharrt. Erst am Ende der Form wird sie wieder eingenommen.

Das zeigt die Vorstellung, daß alles aus dem Dao und seiner Grundeigenschaft Wuji hervorgeht und auch dorthin wieder zurückkehrt.

Die Anfangs- und Endhaltung symbolisiert den Ursprung aller Bewegung und aller Handlung, das Nichts. In der Anfangshaltung sollte dementsprechend der Geist geübt werden: der Übende ist frei von allen Gedanken und Sorgen. Er ist voll konzentriert, aber ohne Absicht. Der Geist ist ruhig, wie die Fläche eines ruhigen Wassers. Er denkt nicht, plant nicht und ist vollkommen entspannt. Yoga Yoga Ayurveda Ayurveda