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Yin und Yang - Die zwei Pole

Aus der Ruhe des Wuji kristallisieren sich zwei Pole heraus. Sie verhalten sich zueinander etwa so wie die Pole eines Magneten. Sobald sie einmal entstanden sind, beginnen sie, sich im Gleichgewicht zu bewegen.

In Asien nennt man diese Pole Yin und Yang. Wo Yin gering ist, ist Yang stark; wo Yang gering ist, ist Yin stark.

Sobald eines ihr höchstes Potential erreicht hat, entsteht, wie durch einen Keim, das Gegenteil und so bewegen sie sich ständig von wenig zu viel und von viel zu wenig.

Trotz dieses anscheinenden Rivalität befinden sich beide immer in einem Gleichgewicht zueinander, das sich nicht nach der Menge, sondern nach der Kontinuität und Regelhaftigkeit ihrer Bewegung bestimmt.

Yin und Yang sind keine Kräfte oder Elemente, für die sie oft gehalten werden. Sie sind vielmehr natürliche Erscheinungen.

Sie stellen Grundprinzipien von energetischer Bewegung und Veränderung dar. Yin und Yang an sich gibt es nicht, aber mit ihrer Hilfe kann man andere Dinge vergleichen und die Art ihrer Energie systematisieren.

Natürliche Vorgänge und Handlungen können so auch auf nicht materiellen Ebenen betrachtet werden.

Das europäische Denken beruht auf der Vorstellung, daß es einerseits Materie gibt und andererseits verschiedene Energieformen, wie Elektrizität oder die Kraft zu Denken und zu Fühlen. Diese wurden immer als getrennt angesehen. Heute weiß man, daß das nur eine Illusion ist.

Die moderne Physik (und die Explosion der Atom- und Wasserstoffbomben) haben bewiesen, daß Materie und Energie dasselbe sind.

Die chinesischen Philosophien, die auch die Wissenschaften beeinflußt haben, vertraten diese Meinung schon seit Jahrtausenden. Deshalb beruht auch das Taijiquan und seine Hintergründe auf dieser Ansicht.

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