Wie Yang Lu Chan Taijiquan lernte
Der Stil-Gründer Yang Lu Chan (1799 - 1872, eigentlich Yang Fu Kui) wurde als Bauernsohn in der Provinz Hebei in dem Dorf Zhili geboren und mußte schon früh seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Vermutlich wurde er im Shaolin-Stil Hungquan (Hunggar) unterrichtet, und erhielt so eine gute Basis in den Kampfkünsten.
Im Alter von zehn Jahren kam er zu einem Apotheker, einem Mitglied der Chen-Familie. Yang gelang es, die nächtlichen geheimen Traininge durch ein Loch in einer Scheunenwand zu beobachten und heimlich zu üben.
Durch sein besonderes Talent brachte er es zu einem beachtlichen Fortschritt, obwohl er vermutlich keinen persönlichen Lehrer hatte. Doch durch eine Unvorsichtigkeit wurde sein heimliches Üben bekannt.
Chen Chang-Xing gab ihm etwas Geld und schickte ihn fort, da er die Familie hintergangen hatte. Nach einer anderen Version der Geschichte erkannte Chen Chang-Xing Yang als Schüler an und erlaubte ihm öffentlich zu unterrichten.
Yang Lu Chan kehrte, nachdem er dreißig Jahre bei der Chen-Familie geblieben ist, zuerst in sein Heimatdorf in Hebei zurück, ging aber bald nach Beijing, wo er eine Schule gründete. Zu dieser Zeit war er ungefähr 40 Jahre alt.
Das ist nur eine der vielen verschiedenen Versionen dieser Geschichte. Um ein einigermaßen vollständiges Bild der verschiedenen Varianten von Yang Lu Chans Lebensgeschichte zu geben, möchte ich einige andere Versionen ebenfalls aufzeigen.
Obwohl Yang Lu Chan noch gar nicht so lange tot ist, ist über sein Leben, jedenfalls bis er begann, in Beijing zu unterrichten, wesentlich unbekannter, als das anderer Zeitgenossen.
Man muß dazu verstehen, daß seine Schüler und Enkelschüler nach seinem Tod versuchten, ihm nachträglich eine möglichst akzeptable Vergangenheit zu verschaffen, da sie teilweise, wie Lu Chan selbst auch, in den besseren Kreisen und beim Mandschu-Adel unterrichteten.
Es herrschte damals die Meinung, daß ein großer Meister auch eine möglichst ebenmäßige Vergangenheit haben sollte. Dagegen kursieren viele Geschichten und Varianten, die wohl als wahrheitsgetreuer zu betrachten sind.
Dazu kommt, daß mit der Zeit immer mehr Ausschmückungen hinzugefügt wurden. Xü Chen, ein bekannter Kampfkunst-Gelehrter, ging der Geschichte des Taijiquan nach und stieß dabei auf eine handgeschriebene Kopie von Li Yi Yu, die er von einem Manuskript von Wu Yu Xiang angefertigt hatte. Weiterhin befragte Xü Chen auch viele alte Menschen, die eventuell noch alte Geschichten zu berichten hatten. Die Ergebnisse veröffentlichte er in einem Buch (1936).
Er fand heraus, daß die Chen-Familie in Yongnian eine Apotheke besaß, die sich "Halle der großen Harmonie" (Taihetang) nannte. Der Besitzer, Chen De Hu, was einer der reichsten Männer der Gegend und er engagierte Chen Chang Xing als Taijiquan Lehrer für seine Söhne.
Yang Lu Chan war lange Jahre der Diener von Chen Chang Xing und schnappte vieles auf und begann auch des öfteren den Schülern zu helfen.
Das beeindruckte Chang Xing so, daß er begann, ihn zu unterrichten und ihn später für 50 Unzen Silber freikaufte, worauf Lu Chan nach Yongnian zurückging. In Yongnian blieb er in der Apotheke beschäftigt. In der Gegend lebte auch Wu Yu Xiang und seine beiden Brüder,
Angehörige des Landadels. Sie waren sehr an allen Kampfkünsten interessiert. Wu Yu Xiang durchbrach alle Standesbarrieren und wurde als Adliger der Schüler eines Dieners, Yang Lu Chan´s. Doch schon bald wollte er selbst bei Chen Chang-Xing lernen und machte sich auf den Weg nach Chenjiagou.
In seinen Schriften wird Yang Lu Chan kaum erwähnt, vermutlich da er kein standesgemäßer Lehrer war.
___________________________________________________________________________
Besuche doch auch meine anderen Seiten:
Ayurveda München Ayurveda Hotel Ayurveda Kuren
Ayurveda München Hotel Kuren