Chen Chang Xing

So weit wir wissen, war Chen Chang Xing (1771 bis 1853, 14. Generation) geübt in der Familien-Kunst des Paochui und wurde dann auch Schüler von Jiang Fa.

Über die erste Begegnung der beiden ist eine Geschichte bekannt, die uns wohl schon etwas bekannt vorkommt: Es kam eines Tages, daß Chen Chang Xing gerade seine Schüler unterrichtete, als Jiang Fa vorbeikam.

Er war gerade auf dem Rückweg seines Besuchs bei seiner Mutter in Henan und wollte wieder in seinen Tofu-Laden in Shanxi.

Zufällig sah er Chen beim Üben mit seinen Schülern und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, bevor er weiterging Chen ärgerte sich über den Lacher, verfolgte ihn und griff ihn von hinten an der Schulter.

Doch Jiang drehte sich nur um, und Chen flog in großen Bogen auf den Boden. Als Chen erkannte, daß er einen überlegenen Kämpfer vor sich hatte, bat er Jiang Fa, sein Schüler werden zu dürfen.

Jiang versprach ih darauf nach drei Jahren wiederzukommen und ihn zu unterrichten. Und er hielt sein Versprechen. Damals wandelte sich Chen Chang Xing´s Kampfkunst: sie war nur noch zur Hälfte Paochui und wurde zur anderen Hälfte Wudang-Stil.

Doch weil Chen Chang Xing Schüler von Jiang Fa wurde, verboten ihm die Älteren des Dorfes weiterhin die Chen-Familienkunst des Paochui zu unterrichten.

Das mag ein Grund sein, weshalb auch Yang Lu Chan berichtete, daß Chen Chang Xing den Unterricht im Geheimen, Nachts in seinem Hinterhof abhielt. Chen Chang Xing gründete die Yilu und die Erlu (Paochui), indem er die Techniken aus einer Azahl anderer Formen des Chen-Stils zuzamenstelte.

Chen Chang Xing war bekannt für seine aufrechte und strenge innere Haltung. Sein Sohn Chen Geng-Yun (15. Generation) arbeitete als Bewacher einer Transportgesellschaft in Shandong. Sein Ruf als Kampfkunstexperte drang bis zum Gouverneur der Provinz vor, der daraufhin seine Kinder zu Geng Yuns Sohn Chen Yan Xi (16. Generation) zum Unterricht schickte.