Neijia die inneren Kampfkünste
Auch wenn Zheng San Feng mit größter Wahrscheinlichkeit nicht das Taijiquan, sondern eine andere Kampfkunst entwickelt hat, kann man ihn doch zumindest laut den Legenden - als Wegbereiter des Taijiquan verstehen.
Er entwickelte die Theorie der "Inneren Kampfkünste", Neijia nach der daoistischen Philosophie, die die Grundlage aller anderen "Inneren Kampfkünste" darstellt. Die Neijia werden auch "Weiche Kampfkünste" genannt, da sie vor Kraft und Geschwindigkeit, die innere Energie (Chi) üben.
Trotzdem, daß Zheng San Feng zum Gegensatz zu den harten Stilen die weichen Stile gründete, wurde erst viel später die Unterscheidung der Kampfkünste in Waijia ("Äußere" oder "Harte Kampfkünste") und Neijiia ("Innere" oder "Weiche Kampfkünste") so genau getroffen.
Diese Unterscheidung ist umstritten und wird von vielen Meistern abgelehnt. Den weichen Kampfkünsten fehlt ein so starkes Zentrum, wie es das Shaolin-Kloster für die harten Richtungen war.
Zwar wurden teilweise auch in daoistischen Klöstern Kampfkünste geübt und gepflegt, aber nicht in solch großem Ausmaße.
So fehlte auch eine Möglichkeit des regen Austausches. Und doch beeinflußten sie sich immer wieder gegenseitig und es gibt viele Parallelen zwischen den unterschiedlichsten Stilen.
Alle Neijia, die "weichen Kampfkünste", leitet sich von dem System des Zheng San Feng ab, dem Wudangpai. Diese Kampfkünste sind zwar verwandt mit denen aus dem Shaolin-Kloster, bauen aber alle auf der daoistischen Philosophie auf und versuchen, diese in der Bewegung zu verwirklichen.
Diese Prinzipien sollen durch die Bewegung ausgedrückt werden, so daß sie das Denken und das gesamte Leben bestimmen. In diesen Kampfkünsten sind gesundheitliche Wirkungen,
Geistige Harmonie, Verständnis der Natur (Dao) und Arbeit mit der inneren Energie (Chi) gleichwertig neben dem Kampfkunst-Aspekt zu sehen.
Neijia und Waijia sind nicht streng voneinander zu trennen, sondern bezeichnen meist nur die hauptsächlichen Schwerpunkte der Übung.
Neijia und Waijia sind sich in vielen Bereichen sehr ähnlich.
Heute ist das schwerer nachzuvollziehen, da manche Schulen der Neijia, wie das Taijiquan, sich inzwischen zu einer Gesundheitsgymnastik entwickelt haben.
Dadurch veränderte sich ihr Erscheinungsbild wesentlich. Betrachtet man aber die Anwendungen in der Selbstverteidigung, so fallen aber viele Parallelen auf.
Natürlich hat auch die Waijia eine ausgefeilte Esoterik und ihre Meister verstehen es im fortgeschrittenen Studium ebenfalls die Energie des Gegners gegen ihn selbst auszunutzen.
Die Meister der Neijia dagegen müssen auch ihre Hände und Finger abhärten, um sich nicht selbst zu verletzen, wenn sie einen Gegner treffen.
Auch sie müssen gut durchtrainiert sein und alle Aspekte der Kampfkünste kennen. Deshalb ist die Unterscheidung in Neijia und Waijia relativ.
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