Kao - der Schulterstoß

... ist mit dem Trigramm Sun verbunden. Es symbolisiert die Bewegung des Windes. Das Schriftzeichen Kao bedeutet eigentlich "Abhängigkeit", aber im Taijiquan wird es immer für den Schulterstoß verwendet.

Es ist eine entschlossene und rasche Bewegung und dazu steht im I-Ging geschrieben:

"Das Harte dringt in die Mitte vor und sein Wille setzt sich durch". Kao beinhaltet, daß man das Gleichgewicht des Gegners bricht, ohne das eigene zu verlieren. Während des Schulterstoßes müssen Schnelligkeit, Gleichgewicht und Geschmeidigkeit bewahrt werden.

Ein Bein wird zwischen die Beine des Gegners gesetzt, der Körper dreht sich etwas seitlich, so daß man mit der Schulterseite zustoßen kann.

Der Arm der stoßenden Seite wird an den Körper angelegt, während die andere Hand die Deckung hält, um einen Gegenangriff abwehren zu können.

Der Stoß wird auf den Solarplexus oder die Brustmitte gerichtet. Er kann sehr wirkungsvoll sein. Der Schulterstoß ist im Taijiquan eine der wichtigen Techniken und wird so trainiert, daß er zu einer kampfentscheidenden Technik wird.

Die Entstehung des Taijiquan


Die chinesischen Kampfkünste werden Quanshu (Kampfkunst) oder Quanfa (Kampfmethode) genannt. Quan bedeutet wörtlich "Faust", wird aber in diesem Zusammenhang immer mit "Kampf" übersetzt.

In Europa hat sich der Begriff Gongfu (oft auch Kung Fu geschrieben) eingebürgert. Gongfu bezeichnet aber keinen Kampfstil, sondern beschreibt viele Künste, die nach langer Übung zu beherrschen sind, wie Kalligraphie, Chi Gong, Malen und vieles mehr.


Obwohl auch die Kampfkünste zu Gongfu gerechnet werden, bezeichnet es sie nicht ausschließlich. Gongfu bedeutet übersetzt: "Zeit, Mühe und Kraft, die für eine besondere Fertigkeit eingesetzt werden".

Weiter ist noch der Begriff Zhongguoquan (Chinesische Kampfkünste) bekannt.

Andere Begriffe sind Wushu ("Kriegskünste"), die heute eine versportlichte und akrobatische Richtung bezeichnen, die von vielen traditionell orientierten Meistern nicht als Kampfkunst akzeptiert wird; und Guoshu (Nationale Künste), was etwa seit 1926 verwendet wird.


Um die Geschichte und Entwicklung des Taijiquan zu verstehen, sollte man die Entwicklung der Kampfkünste in China kennen.

Die Tradition den Kampfkünste in China ist schon sehr alt, genau ist sie nicht zurückzuverfolgen, man vermutet aber, daß sie nicht jünger als 3000 Jahre ist. In dieser Zeit haben sich unterschiedlichste Strömungen herausgebildet, die sich aber mehr oder weniger stark gegenseitig beeinflußt haben. Brucelee Jeetkunedo

Deshalb steht auch das Taijiquan nicht als geschlossenes System für sich alleine, sondern hat unter dem Einfluß verschiedener anderer Systeme eine besondere Entwicklung durchlaufen.

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