Bagua - Die Acht Trigramme und die 64 Hexagramme
Aus Yin und Yang entstehen zahllose Muster der Existenz. Doch aus der Fülle von Wesen und Vorkommnissen kann man bestimmte universelle Muster erkennen. Die Erforschung dieser Muster war seit Tausenden von Jahren eine Aufgabe der chinesischen Gelehrten. Schon sehr früh entstand im Rahmen dieser Forschungen das I-Ging, das "Buch der Wandlungen".
Es ist ein Handbuch zum Verständnis des ständigen Flusses von Ereignissen und Veränderungen, in denen wir leben. Das Herzstück dieses Buches ist die Theorie von Yin und Yang.
Yin wird immer mit einer durchbrochenen Linie und Yang mit einer durchgehenden Linie dargestellt. Wenn Yin und Yang zusammenwirken entstehen verschiedene Konstellationen der beiden.
Sie können dargestellt werden, indem man die durchbrochenen und ganzen Linien kombiniert. Yin und Yang gehen ständig ineinander über und so entstehen viele Kombinationen.
Etwa 3000 Jahre v.Chr. entdeckte der legendäre König Fu Xi die Bagua, die Trigramme, die aus drei Linien bestehen in den Vorbildern der Natur.
Sie repräsentieren die grundlegenden Zustände und Verhältnisse von Yin und Yang. Verbindet man je zwei Trigramme, erhält man die 64 Hexagramme.
Durch diese Verkomplizierung erhält man jede mögliche Verteilung von Yin und Yang. Zu jedem der Hexagramm gehört im I-Ging ein kurzer Text, der das Wesen des speziellen Hexagramms beschreibt.
Die Hexagramme symbolisieren alle nur möglichen Situationen, die bei dem Wandlungsprozess entstehen. Sie werden deshalb als Grundmodelle der Wandlung bezeichnet. Die Anordnung und die Anzahl der verschiedenen Linien bestimmt die Bedeutung des Hexagramms.
Sind sie unausgewogen ist auch die Bedeutung unglücklich. Doch verändert sich eine der Linien, oder die Reihenfolge, entsteht ein anderes Hexagramm, das dann eine ganz andere Bedeutung annehmen kann.
Die Techniken des Taijiquan können den Hexagrammen zugeordnet werden. So entsprechen die 64 Techniken des Taijiquan den 64 Hexagrammen.
Analysiert man die Bedeutung der entsprechenden Hexagramme, lassen sich gewisse Parallelen zu den Techniken finden, die sich auch auf die psychische Situation und die Taktik beziehen.
In den Shisanshi, den "Dreizehn grundlegenden Bewegungsarten" des Taijiquan, werden die acht Handtechniken, die Bamen, den Bagua zugeordnet. Bamen bedeutet eigentliche "Acht Pforten".
Sie bezeichnen nicht einfach nur acht verschiedene Möglichkeiten der Armbewegungen, sondern stehen symbolisch für verschiedene Möglichkeiten der Reaktion, die man auf einen Angriff haben kann. Sie stellen die eigentliche Basis der Taijiquan-Technik dar.
Man unterscheidet die vier gerade ausgerichteten Handbewegungen, Sizheng, und die vier in die Ecken gerichteten Bewegungen, Siyu.
Die Bamen werden also nicht nur mit den Bagua, sondern auch mit den chinesischen Himmelsrichtungen, von denen man acht zählt, in Verbindung gebracht.
Das bedeutet nicht, daß sie nur in diese Richtung ausgeführt werden, sondern daß sie die Qualität des entsprechenden Trigramms mit der zugeordneten Himmelsrichtung.
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